Neustart für die Kommunikation nach Corona

Wenn die Ausnahme zur Regel wird.

Das Sprichwort „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von deinen Plänen.“ ist aktueller denn je. Die strategischen Grundlagen und Pläne in den Kommunikationsabteilungen wurden vor Corona entwickelt. Vieles davon funktioniert heute nicht mehr.

Welcome to the new normal ...

Die meisten Unternehmen und Organisationen wurden in den letzten Wochen »zwangsverändert«, denn durch die Corona-Krise mussten in kürzester Zeit Kommunikation und Zusammenarbeit neu organisiert werden:

Die Kommunikation mit allen Stakeholdern wurde in den digitalen Raum verlagert und eine Zusammenarbeit findet zurzeit hauptsächlich remote, d. h. von verschiedenen Orten aus, statt. Eingefahrene Einstellungen, Glaubenssätze und Verhaltensweisen haben sich überholt und Vertrauen ist zum neuen Leitmotiv in der Teamführung geworden. Insgesamt sind viele Unternehmen ein Stück agiler, digitaler, schneller und moderner geworden. 

Einige Prozesse sind aber auch unübersichtlicher und anstrengender als vorher. Größere Veranstaltungen können bis auf Weiteres nicht stattfinden. Und wer vorher keine starke und positive Unternehmens- und Kommunikationskultur hatte, bekam das in den letzten Wochen nachteilig zu spüren. 
Dieser Change in Höchstgeschwindigkeit hat alle Beteiligten viel Kraft gekostet. Gleichzeitig erweist sich die Krise aber auch als Katalysator für viele Themen, die die Kommunikation und Kultur der Unternehmen anbelangen.  

Wie geht es nun weiter? Ein »zurück zum Normalzustand« wird es nicht geben – »the new normal« ist als Zustandsbeschreibung bereits in aller Munde. Der Change-Modus wird noch eine Weile andauern, denn ein Großteil aller Unternehmen und Organisationen wird sich noch für Wochen oder sogar Monate teilweise remote organisieren und virtuell kommunizieren. Teile der Belegschaft werden auch weiterhin im Home Office arbeiten oder sich im Schichtsystem im Büro abwechseln. Zudem können viele vor Corona geplante Kommunikationsmaßnahmen nun nicht mehr wie geplant umgesetzt werden. 

Bevor Sie sich in Ihrem Provisorium einrichten, sollten Sie jetzt die Chance ergreifen und Ihre neue Normalität aktiv gestalten. In Zeiten von Krisen und Veränderungen gilt gleichermaßen, dass Kommunikation eine erfolgskritische Rolle spielt. Ihre Bedeutung als Führungsaufgabe ist nun noch einmal gewachsen. Es gibt also viel zu tun. 

Checkliste für die Bestandsaufnahme Ihrer internen Unternehmenskommunikation

Nutzen Sie die Zeit und klären Sie, was Sie aus den Erfahrungen der letzten Wochen nutzen können. Am Anfang steht dabei die Evaluation der aktuellen Situation. Darauf aufbauend sollten Bedarfe entwickelt und ggf. die Strategie neu angepasst werden. 

Folgende Fragen können dabei helfen: 

  • Wie hat sich unsere Unternehmenskultur in den letzten Wochen verändert? Welche neuen Aspekte wollen wir beibehalten, wo müssen wir nachbessern?  
  • Konnte unsere Führungskultur mit den rasanten Entwicklungen Schritt halten?  Haben wir Leitlinien und eine einheitliche Haltung zum Thema Home Office? Stehen alle Führungskräfte dahinter? 
  • Welche neuen Qualifikationen brauchen wir über Digital Skills und Digital Literacy hinaus? Wie sieht es mit Themen wie Teamfähigkeit, Lernbereitschaft, Umgang mit Unsicherheiten, Veränderungsbereitschaft und -fähigkeit oder Selbstorganisation aus?
  • Wie schaffen wir es, den Zusammenhalt in Remote-Teams zu stärken und die Mitarbeiter*innen auch weiterhin emotional an das Unternehmen zu binden?
  • Welche neuen Themen und Botschaften brauchen die Mitarbeiter*innen? 
  • Welche neuen Teamregeln brauchen Remote-Teams? Wo gibt es Unsicherheiten? Wie können wir sicherstellen, dass Mitarbeiter*innen vor Ort und Mitarbeiter*innen im Home Office die gleichen Rechte und dieselben Informationen erhalten? 
  • Funktionieren unsere Meetingstrukturen und -frequenzen?  
  • Brauchen wir noch andere Tools oder Kanäle? 
  • Welche neuen Maßnahmen brauchen wir gegebenenfalls? Können zum Beispiel Corporate Influencer diejenigen Mitarbeiter*innen begeistern, die sich mit den neuen Entwicklungen noch schwertun? 
  • Wie holen wir neue Teammitglieder in einem Remote-Team mit an Bord?

Funktioniert unsere externe Kommunikationsstrategie noch?  

Nicht nur die interne Kommunikation muss sich weiterentwickeln. Auch die externe Kommunikation sollte überprüft werden: Ist sie noch richtig aufgestellt, um den neuen Anforderungen Rechnung zu tragen? Die Kommunikationsstrategie sollte daher überprüft und nachjustiert werden. Dafür bietet sich ein Workshop-Format an, in dem die einzelnen Bestandteile analysiert werden:  

  • Stimmen unsere Ziele und Botschaften noch?  
  • Können wir unsere Zielgruppen noch wie geplant erreichen?  
  • Müssen wir unseren Purpose klarer formulieren?  
  • Welche neuen Themen und Stories gibt es? Welche haben sich überholt? Gibt es Erfolgsgeschichten aus der Corona-Zeit, die wir erzählen können? Brauchen wir andere Formate und Kanäle? Wie gehen wir künftig mit Präsenzveranstaltungen um? Können wir diese digital abbilden oder als hybride Veranstaltungen durchführen?
  • Können wir unsere Social-Media-Maßnahmen ausbauen und dort mehr Präsenz zeigen? Welche neuen Maßnahmen brauchen wir gegebenenfalls? 
  • Müssen wir unser Budget anders verteilen? 

Nutzen Sie die Chance, Ihre Kultur und Kommunikation neu zu justieren. Falls Sie Unterstützung bei Ihrem Neustart benötigen, sprechen Sie uns gerne an!